Samstag, 16. Januar 2027, 19:30
Exotic Inspirations
Die Mandoline besitzt eine lange, aber oft unterschätzte Tradition in der klassischen Musik. Seit dem 18. Jahrhundert fand sie ihren Platz sowohl in höfischen als auch in kammermusikalischen Kontexten. Im 19. Jahrhundert trat das Instrument etwas in den Hintergrund. Erst im 20. und 21. Jahrhundert entdeckten zeitgenössische Komponisten die rhythmische Flexibilität der Mandoline, ihre klaren Konturen und ihre perkussive Leichtigkeit neu. Zugleich trugen virtuose Solisten – unter ihnen der international gefeierte Avi Avital – dazu bei, das Instrument wieder auf internationale Konzertbühnen zu bringen.
Das Konzert beginnt mit einer Komposition von Hummel in einer ungewöhnlich farbenreichen Besetzung. Die impressionistische Musik von Debussy und Ravel regt zu erweiterten, koloristischen Arrangements an und eröffnet eine direkte Verbindung zur Klangwelt der Mandoline. Den hellen, farbigen Eindrücken des ersten Programmteils steht Haydns emotional dichter, dramatischer Sturm-und-Drang-Stil gegenüber, zu dem zwei impressionistische Hommagen an seinen Namen einen schönen Kontrast bilden. Abschliessend wendet sich das Programm der Eleganz des französischen Chansons zu.
Foto © Christoph Köstlin
