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Heroische Werke
aus der Zeit der Nationalstaaten
Samstag, 1. Oktober 2016, 1930 Uhr

Konzert
Edvard Grieg: Peer Gynt
Alexander Borodin: Polowetzer Tänze
Bedřich Smetana: Die Moldau
Edward William Elgar: Pomp & Circumstance March No. 1

Musikalische Leitung Jérome Kuhn
Prague Symphonic Ensemble PSE
Chor Kollegium Heilig Kreuz Freiburg unter der Leitung von Pascal Mayer

Ein Abend voller heroischer Werke, die prägend für das jeweilige Nationalbewusstsein waren, wird ein Gänsehautfeeling pur erzeugen. Der norwegische Komponist und Pianist Edvard Grieg Hagerup (1843–1907) gilt als einer der führenden Komponisten der Romantik und seine Musik ist Teil der klassischen Standard-Repertoires weltweit.

Edvard Grieg komponierte 1874 eine Bühnenmusik für das Theater Peer Gynt des norwegischen Dramaturgen Henrik Ibsen. Aus 22 Nummern wählte Grieg acht aus, arrangierte und orchestrierte davon zwei für ein sinfonisches Orchester. Die Morgenstimmung, der erste Satz der Peer-Gynt-Suite Nr.1, wird in Werbung, Film und Fernsehen so häufig verwendet, dass sie zu den bekanntesten klassischen Melodien zählt. Das Stück ist eine bittersüsse Posse voller Humor und Satire. Die Handlung lässt sich so zusammenfassen: Ein eingebildeter und abenteuerlustiger Anti-Held fordert die ganze Welt heraus, vermasselt alles und entdeckt nur zum Schluss die Wahrheit seiner Einsamkeit. Diese Bitterkeit passt zu den anderen Werken des messerscharfen Sozialkritikers Ibsen.

In den 1880er Jahren wird die Musik Alexander Borodins ausserhalb Russlands langsam bekannt. Er war einer der bekannten «Fünfer Gruppe» und arbeitete 18 Jahre lang an seiner einzigen Oper Prinz Igor. Sie musste von zwei Freunden nach seinem Tod 1887 fertig komponiert werden. Beeinflusst von slawischer Folklore und orientalischen Elementen werden die Polowetzer Tänze – bei den Polowetzern handelt es sich um das Turkvolk der Kyptschaken – zu einem der bekanntesten Werke russischer Musik.

Aus dem sechsteiligen Zyklus sinfonischer Dichtungen Mein Vaterland (1873–1879) geht Die Moldau als das bekannteste Werk des tschechischen Komponisten Bedrich Smetana hervor und trägt zum Stolz der eben neu erlangten Unabhängigkeit Tschechiens massgeblich bei.

Aus der Feder von Sir Edward William Elgar (1857–1934) stammt das populäre Werk «Pomp & Circumstance March No. 1», aus dessen Trioteil die Hymne «Land of Hope and Glory» entlehnt ist, die unter anderem jedes Jahr bei der «Last Night of the Proms» und als englische Nationalhymne bei den Commonwealth Games gespielt wird.

Nach seinen Studien am Klavier an der Hochschule für Musik Lausanne--Freiburg erwirbt der Freiburger Jérôme Kuhn sein Lehrdiplom. Komplettiert hat er seine Ausbildung auf der Orgel bei Maurizio Crocci und im Gesang bei Michel Brodard. An der Universität Freiburg folgt ein Postgrad in Musical-Theater, insbesondere bei Lucas Zoppelli. An der Hochschule Lausanne wird er mit dem Preis «Prix de musique contemporaine de la Haute école de musique de Lausanne» ausgezeichnet.