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Entführung aus dem Serail, © Edouard Rieben, zvg Theater Biel Solothurn 

Die Entführung aus dem Serail

Donnerstag, 1. Mai 2014, 1930 Uhr

Singspiel in drei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart

Gesungen in deutscher Sprache
Text von Johann Gottlieb Stephanie dem Jüngeren nach einem Libretto von Christoph Friedrich Betzner
Theater Biel Solothurn
Dirigent: Benjamin Pionnier
Regie: Georg Rootering
Ausstattung: Vazul Matusz

Drei Europäer, unfreiwillig im orientalischen Serail Bassa Selims festgehalten, geraten immer wieder in Konfrontation mit dem Aufseher Osmin. Vor allem Konstanze und Blonde möchten sich nicht der fremden Kultur und dessen Frauenbild unterwerfen. Da verwundert es nicht, dass Osmin nicht erfreut ist, wenn noch ein Europäer auftaucht: Belmonte. Er ist gekommen, um seine Verlobte Konstanze zu befreien. Mit Hilfe Pedrillos gelingt es ihm den Wachmann vorerst zu überlisten. Die Flucht missglückt jedoch und die Gefangenen werden Bassa Selim vorgeführt. Dieser erkennt in Belmonte den Sohn seines Erzfeindes – doch Gnade steht ihm näher als Rache. Er schenkt den Fremden zum Entsetzen Osmins die Freiheit.

Kompositionsstil und Niveau der Entführung aus dem Serail heben sich von der zeitüblichen Singspieltradition ab: Anstelle von simplen Strophenliedern und Chansonetten finden sich anspruchsvolle Arien, Ensembles und Chorszenen. Zudem verstand es Mozart geschickt türkische Janitscharenmusik in das Werk einzuarbeiten. Im Orchester spielen, nebst dem üblichen Instrumentarium, auch ein Janitscharenensemble, bestehend aus Piccoloflöte und Schlaginstrumenten.

Mozarts bekanntestes Singspiel, ein Auftragswerk von Kaiser Joseph II., entsprach dem Geschmack des Wiener Publikums. Exotische Sujets waren in der Mode und die Zuschauer durstig nach Geschichten und Abenteuern aus fernen Gegenden und Kulturen. Gründe, weshalb Die Entführung aus dem Serail zu einem international gefeierten Erfolgsstück avancierte.

Das Theater Biel-Solothurn ist ein Ensembletheater aus der Region, gilt als Sprungbrett für junge Nachwuchskünstler und wird geschätzt für seine Spielfreude, die theaterintensive Atmosphäre auf der Bühne sowie die schauspielerischen und sängerischen Qualitäten des Ensembles.